Urlaub und Homeoffice: der Schlüssel, um wirklich abzuschalten (und mit Energie zurückzukehren)

Der Sommer naht, und mit ihm das Versprechen echter Ferien. Für viele Mitarbeitende stößt dieses Versprechen jedoch auf eine differenziertere Realität: die Angst, eine wichtige Information zu verpassen, ein offen gebliebenes Dossier, das schlechte Gewissen wegen “Nichtstun”. Homeoffice, oft als Hindernis für die Abschaltung wahrgenommen, kann im Gegenteil zum Verbündeten werden — vorausgesetzt, es wird als gelegentliches Sicherheitsnetz genutzt und nicht als Vorwand, permanent erreichbar zu bleiben.

1. Regeln vor der Abreise festlegen, nicht währenddessen

Vor der Abreise mit dem Team oder der Führungskraft zu vereinbaren, in welchen einzigen Fällen man erreichbar bleibt (ein konkreter Notfall, ein identifiziertes Dossier), erspart es, mitten im Urlaub spontan entscheiden zu müssen, was wirklich eine Unterbrechung rechtfertigt. Eine mit klarem Kopf festgelegte Regel ist besser als eine unter Druck getroffene Entscheidung, das Telefon in der Hand.

2. Homeoffice als Option nutzen, nicht als Pflicht

Zu wissen, dass man sich bei Bedarf eine Stunde einloggen könnte, ist beruhigend — es jeden Tag tun zu müssen, ist es nicht. Der Unterschied liegt darin, wer entscheidet: Wird die Erreichbarkeit aus der Ferne systematisch, verringert sie die mentale Belastung nicht mehr, sondern verlagert sie einfach woanders hin. Das Sicherheitsnetz sollte nur bei echtem Bedarf greifen, niemals standardmäßig.

3. Nicht wesentliche Benachrichtigungen wirklich abschalten

Berufliche E-Mails, App-Benachrichtigungen und diverse Alarme halten eine Hintergrundwachsamkeit aufrecht, die Erholung verhindert, selbst ohne den Computer aktiv zu öffnen. Benachrichtigungen während der in Punkt 1 festgelegten Zeiträume wirklich zu deaktivieren (nicht nur stummzuschalten) macht den Unterschied zwischen “im Notfall erreichbar” und “nie wirklich abgeschaltet”.

4. Die freie Zeit nutzen, um abseits von Bildschirmen aufzutanken

Ein Spaziergang im Wald, ein Abend beim Betrachten eines Sonnenuntergangs, ein Moment an einem Wasserlauf: Es sind diese einfachen, benachrichtigungs- und anforderungsfreien Momente, die es dem Gehirn erlauben, den angesammelten Druck wirklich abzubauen. Die Qualität der Abschaltung bemisst sich weniger in Urlaubstagen als in wirklich abgeschalteten Momenten.

5. Eine strukturierte Rückkehr vorbereiten, keine abrupte Landung

Die Arbeit mit einer klaren Prioritätenliste für den Tag wiederaufzunehmen, statt ein überfülltes Postfach ohne Plan zu öffnen, verhindert, dass die Abschaltbemühungen der Vortage an einem einzigen stressigen Morgen verpuffen. Ein paar Minuten Vorbereitung am Vorabend der Rückkehr genügen, um mit Energie statt mit Beklemmung neu zu starten.


Bei SOM&SP kommt diese Frage nach der richtigen Balance zwischen Flexibilität und echter Erholung regelmäßig in unseren Gesprächen mit Unternehmen wie auch mit den Kandidatinnen und Kandidaten auf, die wir bei Rekrutierung, Zeitarbeit und Weiterbildung begleiten: Eine Organisation, die Flexibilität bieten kann, ohne permanente Erreichbarkeit zu verlangen, ist heute ein echtes Attraktivitätskriterium — und eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter, die bzw. der wirklich erholt aus dem Urlaub zurückkehrt, ist ganz konkret leistungsfähiger als jemand, der nie vollständig abgeschaltet hat.